Wirtschaftlichkeit: So rechnen Sie Ihre PV-Anlage richtig
Ertrag, Eigenverbrauch, Strompreis und Steuern: die vier Größen, die über Ihre Ersparnis entscheiden. Mit nachvollziehbarer Beispielrechnung.
Vier Stellschrauben bestimmen Ihre Rechnung
Wie viel Strom die Anlage pro Jahr erzeugt. Abhängig von Größe, Ausrichtung, Standort und Verschattung.
Der Anteil, den Sie selbst nutzen. Jede selbst genutzte kWh spart den teuren Strombezug.
Je höher Ihr Bezugspreis, desto mehr bringt jede selbst verbrauchte kWh.
Anlage, Speicher, Installation, ggf. Zählerschrank und Gerüst. Entscheidend ist der Gesamtpreis, nicht nur der Modulpreis.
Amortisations-Rechner
Einfache Modellrechnung: Moduleralterung 0,4 % pro Jahr, Vergütung konstant, ohne Wechselrichtertausch und Finanzierung. Alle Eingaben sind Annahmen, keine Prognose oder Zusage.
Wie viel Strom erzeugt eine Anlage?
Als Richtwert gilt in Deutschland ein Jahresertrag von etwa 850 bis 1.050 kWh pro kWp, je nach Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung. Eine Anlage mit 10 kWp liefert damit rund 8.500 bis 10.500 kWh im Jahr. Die Erzeugung schwankt stark mit den Jahreszeiten: Der größte Teil entsteht zwischen April und September.
Eigenverbrauch statt Einspeisung
Strom aus dem Netz kostet Sie heute deutlich mehr, als Sie für eingespeisten Solarstrom bekommen. Genau deshalb lohnt es sich, möglichst viel selbst zu nutzen. Die Einspeisevergütung liegt für kleine Anlagen mit Überschusseinspeisung derzeit bei grob 7 bis 8 Cent pro kWh und sinkt für neue Anlagen in regelmäßigen Abständen. Den aktuell gültigen Satz für Ihr Inbetriebnahmedatum finden Sie bei der Bundesnetzagentur.
| Konstellation | Typischer Eigenverbrauchsanteil |
|---|---|
| Ohne Speicher | etwa 25 bis 35 % |
| Mit Speicher | etwa 55 bis 80 % |
| Mit Speicher plus E-Auto oder Wärmepumpe | kann weiter steigen, je nach Nutzungsprofil |
Richtwerte. Ihr Wert hängt vor allem davon ab, wann Sie Strom verbrauchen. Wer tagsüber zu Hause ist oder ein E-Auto mittags lädt, kommt höher.
Eigenverbrauch oder Volleinspeisung? Bei Volleinspeisung ist die Vergütung höher, dafür nutzen Sie nichts selbst. Das kann bei sehr geringem Eigenbedarf oder sehr großen Dachflächen sinnvoll sein. Ein Wechsel ist nur zum Jahreswechsel möglich.
Beispielrechnung
Die folgende Rechnung zeigt das Prinzip. Die Annahmen sind bewusst einfach gehalten und keine Zusage: Ihre tatsächlichen Werte hängen von Dach, Verbrauch, Tarif und Angebot ab.
| A: ohne Speicher | B: mit 10-kWh-Speicher | |
|---|---|---|
| Anlagengröße | 10 kWp | 10 kWp |
| Jahreserzeugung (Annahme) | 9.500 kWh | 9.500 kWh |
| Eigenverbrauchsanteil (Annahme) | 35 % = 3.325 kWh | 70 % = 6.650 kWh |
| Ersparnis beim Strombezug (32 ct/kWh) | 1.064 € | 2.128 € |
| Einspeisung (7,8 ct/kWh) | 6.175 kWh = 482 € | 2.850 kWh = 222 € |
| Nutzen pro Jahr | ca. 1.546 € | ca. 2.350 € |
| Investition (Annahme) | 14.000 € | 21.500 € |
| Einfache Amortisation | ca. 9 Jahre | ca. 9 Jahre |
Wie sich die Zahlen für Ihren Haushalt verändern, sehen Sie im Ertragsrechner oder mit Ihren echten Daten im kostenlosen Anlagen-Check.
Steuern: was für Privatanlagen gilt
- Einkommensteuer: Einnahmen aus kleinen PV-Anlagen sind nach § 3 Nr. 72 EStG steuerfrei. Das gilt für Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern und bis 15 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit bei Mehrfamilien- und Mischgebäuden, insgesamt höchstens 100 kWp je steuerpflichtiger Person.
- Umsatzsteuer: Für Lieferung und Installation bestimmter PV-Anlagen gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG, es fallen also 0 % Umsatzsteuer an. Details finden Sie auf unserer Seite Nullsteuersatz Photovoltaik.
Hinweis: Das ist eine allgemeine Information und keine Steuerberatung. Ob die Regelungen in Ihrem Fall gelten, klären Sie bitte mit Ihrem Steuerberater oder dem Finanzamt.
Was die Rechnung verändern kann
Jede selbst genutzte kWh wird wertvoller. Das verbessert die Rechnung, ist aber nicht planbar.
Mit Speicher und Smart Meter können Sie günstige Börsenstrom-Zeiten nutzen. Chancen und Preisrisiko prüfen.
Mehr Verbrauch, der sich mit eigenem Solarstrom decken lässt. Hebt den Eigenverbrauch.
Versicherung, Zählergebühren, Wartung und der spätere Wechselrichtertausch gehören in jede ehrliche Rechnung.
Finanzierung: Eine Anlage lässt sich aus Eigenmitteln oder über eine Bankfinanzierung bezahlen. Bei Miet- und Pachtmodellen sollten Sie immer die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit mit dem Kauf vergleichen.
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Häufige Fragen zu diesem Thema
Wie berechne ich die Amortisation?
Investition geteilt durch den jährlichen Nutzen. Der Nutzen ist die Ersparnis beim Strombezug plus Einspeisevergütung minus laufende Kosten.
Lohnt sich Volleinspeisung?
Nur in besonderen Fällen, etwa bei sehr geringem Eigenverbrauch oder großen Dachflächen. Meist ist Eigenverbrauch wirtschaftlicher.
Was passiert nach 20 Jahren Einspeisevergütung?
Die Vergütung läuft aus. Sie können den Strom weiter selbst nutzen und für Überschüsse Anschlussmodelle wie die Direktvermarktung prüfen. Rechnen Sie konservativ.
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Alle Angaben sind allgemeine Informationen mit Stand Oktober 2026 und ersetzen keine individuelle Planung, Rechts- oder Steuerberatung. Rechtliche Vorgaben und Fördersätze ändern sich, prüfen Sie im Einzelfall die aktuelle Fassung.

Elektroniker für Betriebstechnik, B.Sc. Betriebswirtschaft. Inhalte zuletzt geprüft im Oktober 2026.
