Eine Wärmepumpe braucht im Winter viel Strom, eine PV-Anlage liefert im Sommer die meiste Energie. Trotzdem lohnt sich die Kombination oft, wenn Sie die Anlage nicht auf maximale Autarkie, sondern auf Wirtschaftlichkeit auslegen.
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Kurz beantwortet (Stand: Oktober 2026)
- Der Strombedarf der Wärmepumpe ergibt sich grob aus Heizwärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ). Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Fraunhofer-ISE-Feldtest im Mittel eine JAZ von 3,4 (Spanne 2,6 bis 4,9).
- Ohne Speicher deckt eine PV-Anlage laut HTW-Simulation und Verbraucherzentrale etwa 20 bis 33 % des Gesamtstrombedarfs, mit 6-kWh-Speicher und guter Regelung etwa 45 % (Beispiel der Verbraucherzentrale) bis 66 % (HTW-Simulation).
- Vollautarkie ist ohne saisonalen Speicher nicht möglich, hohe Autarkie verschlechtert oft die Wirtschaftlichkeit (Verbraucherzentrale RLP).
- Die Wärmepumpe wird über KfW 458 mit 30 % Grundförderung gefördert, PV-Anlage und Speicher sind darin nicht enthalten.
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?
Die Verbraucherzentrale beschreibt die Faustformel so: Eine JAZ von 4 bedeutet, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme werden. Als groben Richtwert teilen Sie Ihren bisherigen Heizenergieverbrauch durch die erwartete JAZ, etwa 3. Im Fraunhofer-ISE-Feldtest mit 77 Anlagen in Bestandsgebäuden (Baujahre 1826 bis 2001) erreichten die 61 Luft-Wasser-Wärmepumpen eine mittlere JAZ von 3,4, die 16 Sole-Wasser-Anlagen 4,3. Eine pauschale Spanne für den Jahresstrombedarf konnten wir aus einer Primärquelle nicht belegen, weil er stark vom Gebäude abhängt.
Wie groß muss die PV-Anlage sein?
Eine allgemeingültige Faustformel gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale RLP nennt ausdrücklich keinen festen Wert. Als Orientierung für den Ertrag: Die HTW Berlin nennt bei Südausrichtung, 35° Neigung und ohne Verschattung 1.024 kWh pro kWp und Jahr, Ost-West-Dächer liegen bei über 800 kWh pro kWp. Die HTW- und Verbraucherzentrale-Beispiele rechnen mit 10 kWp. Prüfen Sie Ihre Dachfläche und planen Sie Wärmepumpe, Haushalt und ein mögliches E-Auto gemeinsam.
Wie viel Eigenverbrauch und Autarkie sind realistisch?
| Quelle | Annahme | Ergebnis |
|---|---|---|
| HTW Berlin (Tjaden et al., Simulation 2015) | 7 bis 10 kWp, 4.000 kWh Haushaltsstrom, ohne Batterie | Autarkie etwa 20 bis 33 % bei 7 bis 10 kWp |
| HTW Berlin (gleiche Studie) | 10 kWp, 6-kWh-Batterie, modulierende Wärmepumpe | Autarkie 49 %, 59 % bzw. 66 % je nach Gebäudestandard |
| Verbraucherzentrale RLP | 10 kWp, 140 m², ohne Speicher | 28 % Eigenverbrauch und 28 % Autarkie |
| Verbraucherzentrale RLP | 10 kWp, 140 m², 6-kWh-Speicher | 47 % Eigenverbrauch und 45 % Autarkie |
| Fraunhofer ISE (Aktuelle Fakten, 20.08.2026) | Haushalte allgemein | typisch 20 bis 40 % Eigenverbrauch |
Die HTW-Studie stammt von 2015 und rechnet mit Wetterdaten von 2004, sie ist also methodisch älter. Die Größenordnung deckt sich aber mit den neueren Verbraucherzentrale-Werten.
Rechenbeispiel: Was bringt PV bei Wärmepumpe?
Das Beispiel ist eine eigene Modellrechnung mit Annahmen, keine Prognose.
| Annahme / Schritt | Wert |
|---|---|
| Heizwärmebedarf | 12.000 kWh pro Jahr (Annahme) |
| JAZ | 3,4 (Mittelwert Luft-Wasser, Fraunhofer ISE) |
| Strombedarf Wärmepumpe | 12.000 ÷ 3,4 ≈ 3.530 kWh |
| Haushaltsstrom | 4.000 kWh (Annahme) |
| Gesamtstrombedarf | ≈ 7.530 kWh |
| PV-Anlage | 10 kWp, Süd, ca. 10.000 kWh Jahresertrag (Annahme) |
| Autarkie ohne Speicher / mit 6-kWh-Speicher | 28 % / 45 % (Werte der Verbraucherzentrale RLP, übertragen) |
| Selbst genutzter Solarstrom | 7.530 × 0,28 ≈ 2.110 kWh / 7.530 × 0,45 ≈ 3.390 kWh |
| Vorteil je selbst genutzter kWh | 35 ct Netzpreis − 8 ct Einspeisevergütung = 27 ct (Annahmen) |
| Vorteil pro Jahr | ≈ 570 € / ≈ 915 € |
Der Mehrertrag des Speichers beträgt in diesem Beispiel etwa 345 € pro Jahr. Er muss die Mehrkosten des Speichers über seine Laufzeit tragen. Rechnen Sie diese Rechnung mit Ihren eigenen Strompreisen nach, bevor Sie entscheiden.
Welcher Stromtarif passt zur Wärmepumpe?
Laut Verbraucherzentrale sind Wärmepumpentarife meist günstiger, nämlich im Schnitt rund 7 ct/kWh. Voraussetzung ist ein eigener Zähler. Bei niedrigem Verbrauch kann Haushaltsstrom günstiger sein, weil der zweite Zähler eine Grundgebühr kostet. Modul 2 nach § 14a EnWG senkt den Arbeitspreis des Netzentgelts um 60 % (auf 40 %) und lohnt laut Verbraucherzentrale ab etwa 4.000 kWh pro Jahr. Neue Wärmepumpen über 4,2 kW Netzanschlussleistung sind seit 1. Januar 2024 steuerbar: Der Netzbetreiber darf nur bei tatsächlicher Überlastung eingreifen, mindestens 4,2 kW bleiben immer verfügbar (Bundesnetzagentur). Mehr zu Smart Meter und Steuerung finden Sie in unseren Beiträgen Smart Meter einbauen und Dynamischer Stromtarif mit Speicher.
Welche Förderung gibt es für die Wärmepumpe?
Die Förderung läuft über den KfW-Zuschuss 458 (Merkblatt 09/2026, gültig ab 24.09.2026): Grundförderung 30 %, dazu ein gestaffelter Einkommensbonus für Selbstnutzer (40 Prozentpunkte bis 30.000 €, 30 bis 40.000 €, 10 bis 50.000 € zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen) und ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 %, der ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte sinkt. Der Höchstfördersatz liegt grundsätzlich bei 70 %, bei geringem Einkommen bis 80 %. Der Höchstbetrag für die erste Wohneinheit beträgt 28.000 € und sinkt ab 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 €. Laut Medienberichten soll im ersten Quartal 2027 ein Wertschöpfungsbonus von 15 % für in der EU gefertigte Wärmepumpen kommen; ein Beschluss steht aus und die Regelung steht nicht im Merkblatt 09/2026. Prüfen Sie den aktuellen Stand und die Antragsvoraussetzungen direkt bei der KfW. Im Zuschuss 458 sind PV-Anlage und Speicher nicht Teil der förderfähigen Maßnahmen; für PV und Speicher kommen gegebenenfalls andere Wege in Betracht, Konditionen prüfen Sie vorab.
Was kostet die passende PV-Anlage bei AceFlex?
Für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe sind 10-kWp-Sets eine häufige Größe. Im Shop finden Sie das 10,3-kWp-Set mit Fronius GEN24 ohne Speicher für 4.421,76 € und die 10,34-kWp-Sets mit Huawei-Speicher ab 5.911,76 € (Listenpreise AceFlex-Shop, Stand 16.10.2026, nach § 12 Abs. 3 UStG mit 0 % MwSt.). Laut BMF-Schreiben vom 27.02.2023 gilt der Nullsteuersatz auch für Speicher, die zur Speicherung von Strom aus begünstigten Modulen ausgelegt sind, solange die im Marktstammdatenregister eingetragene Leistung höchstens 30 kW beträgt. Zur Planung: PV-Anlage 2027 und unsere Beratung.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Wärmepumpe auch ohne PV?
Ja, die Wärmepumpe arbeitet auch mit Netzstrom. PV senkt aber die Stromkosten. Entscheidend sind Gebäude, JAZ und Tarif.
Kann ich meine Wärmepumpe mit PV autark betreiben?
Vollautarkie ist ohne saisonalen Speicher nicht möglich, weil der Heizbedarf im Winter anfällt, wenn die PV wenig liefert (Verbraucherzentrale RLP).
Brauche ich einen Speicher?
Nicht zwingend. Er erhöht die Autarkie laut Beispielen um etwa 15 bis 20 Prozentpunkte, muss sich aber rechnen. Die Mehrkosten sind im Rechenbeispiel gegen den Mehrertrag zu stellen.
Was ist SG Ready?
Laut Verbraucherzentrale RLP ist für die thermische Speicherung von PV-Überschuss eine SG-Ready-Schnittstelle nötig. Welche Anbindung Ihr Wechselrichter unterstützt, klären Sie vor dem Kauf mit dem Hersteller.
Wird die PV-Anlage gefördert?
Die KfW-Förderung 458 gilt für die Wärmepumpe. PV-Anlage und Speicher sind im Merkblatt nicht als förderfähig genannt, andere Wege müssen Sie vorab prüfen.
Quellen
- Fraunhofer ISE, Feldtest Wärmepumpen im Bestand (2025): ise.fraunhofer.de
- Fraunhofer ISE, Aktuelle Fakten zur Photovoltaik (20.08.2026): ise.fraunhofer.de
- HTW Berlin, Tjaden et al. 2015: solar.htw-berlin.de; Unabhängigkeitsrechner FAQ: solar.htw-berlin.de
- Verbraucherzentrale RLP, PV und Wärmepumpe: verbraucherzentrale-rlp.de
- Verbraucherzentrale, Wärmepumpe: verbraucherzentrale.de und Wärmepumpenstrom: verbraucherzentrale.de
- Bundesnetzagentur, steuerbare Verbrauchseinrichtungen: bundesnetzagentur.de
- KfW, Merkblatt 458: kfw.de
- BMF-Schreiben 27.02.2023, Nullsteuersatz: lfst.bayern.de
