Die Kombination aus Landwirtschaft und Photovoltaik, auch Agri-PV genannt, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Denn Landwirte können ihre Flächen doppelt nutzen, indem sie nicht nur Erträge aus der Landwirtschaft erwirtschaften, sondern gleichzeitig sauberen Strom erzeugen. Doch wie sieht die Agri-PV Vergütung 2025 aus? Welche gesetzlichen Regelungen gelten, und welche wirtschaftlichen Vorteile ergeben sich?
Inhaltsverzeichnis
Was ist eigentlich Agri-PV?
Agri-PV (Agrar-Photovoltaik) ist eine innovative Technologie, die Landwirtschaft und Solarstromproduktion kombiniert. Dabei werden Photovoltaikmodule über landwirtschaftlichen Flächen installiert, sodass die Fläche gleichzeitig für die Nahrungsmittelproduktion und die Stromerzeugung genutzt werden kann.
Diese Methode bietet zahlreiche Vorteile:
✅ Schutz der Pflanzen vor extremer Sonneneinstrahlung
✅ Reduzierung der Verdunstung und Wassereinsparung
✅ Doppelte Nutzung der Fläche für Energie und Landwirtschaft
✅ Beitrag zur Energiewende und Klimaschutz
Die aktuelle Vergütungsstruktur
Die Einspeisevergütung für Agri-PV-Anlagen wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Für kleinere Anlagen bis 1 Megawattpeak (MWp) bekommt man in der Regel einen festen Vergütungssatz. Dieser besteht aus einem Grundvergütungssatz und einem Technologie-Bonus, falls bestimmte Bedingungen erfüllt werden.
Im Jahr 2024 lag der Grundvergütungssatz bei etwa 6,86 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Der Technologie-Bonus, der für besondere Anlagentypen gewährt wird, beträgt zusätzliche 2,5 ct/kWh. Das bedeutet, dass Landwirte mit speziellen Agri-PV-Anlagen bis zu 9,36 ct/kWh erhalten können.
Agri PV Vergütung 2025 – Was ändert sich?
Ab 2025 wird die Vergütung weiterhin halbjährlich um 1 % gesenkt. Dadurch liegt der anzulegende Wert für Anlagen, die zwischen dem 1. August 2024 und dem 31. Januar 2025 ans Netz gehen, bei rund 9,5 ct/kWh. Der Technologie-Bonus bleibt bestehen, wird jedoch in Zukunft dynamisch an die Ausschreibungsergebnisse der Vorjahre angepasst.
Für Anlagen, die mehr als 1 MWp Leistung haben, gilt eine andere Regelung. Diese müssen sich an den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur beteiligen. Dabei können sie von einem gesonderten Vergütungssatz profitieren, der jedoch ebenfalls durch Marktmechanismen bestimmt wird.
Agri-PV Vergütung 2025 – Welche Förderungen gibt es?
Neben der Einspeisevergütung gibt es verschiedene Förderprogramme für Agri-PV. Der Bund sowie einige Bundesländer unterstützen Investitionen in innovative Photovoltaik-Anlagen, insbesondere wenn sie die landwirtschaftliche Nutzung nicht beeinträchtigen. Dazu zählen Kredite der KfW sowie regionale Förderprogramme, die in manchen Fällen Zuschüsse für die Errichtung von Agri-PV-Anlagen gewähren.
Auch die EU fördert Agri-PV im Rahmen ihrer Programme zur nachhaltigen Landwirtschaft. Landwirte sollten daher gezielt nach Unterstützung suchen, um die Anfangsinvestitionen zu erleichtern und langfristig von den Vorteilen der Technologie zu profitieren.
Chancen und Vorteile für Landwirte: die Agri-PV Vergütung 2025
Agri-PV bietet zahlreiche Vorteile. Neben der Möglichkeit, eine zweite Einnahmequelle zu erschließen, können Landwirte ihre Flächen effizient nutzen. Die Solarmodule bieten Schutz vor extremer Sonneneinstrahlung und können helfen, die Verdunstung zu reduzieren. Dies ist insbesondere in Zeiten zunehmender Dürreperioden ein nicht zu unterschätzender Vorteil.
Darüber hinaus bleibt die landwirtschaftliche Nutzung in vielen Fällen bestehen, sodass Sie die Flächen weiterhin für den Anbau nutzen können. Das ist besonders wichtig, um EU-Förderungen für landwirtschaftliche Betriebe nicht zu gefährden.
Agri-PV Vergütung 2025: Herausforderungen und Kritik
Trotz der positiven Aspekte gibt es auch Herausforderungen. Die Kosten für die Errichtung einer Agri-PV-Anlage sind höher als für eine klassische Freiflächen-PV-Anlage, da die Gestelle höher und stabiler sein müssen. Zudem erfordert die Planung eine enge Abstimmung mit den landwirtschaftlichen Anforderungen.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die langfristige Wirtschaftlichkeit. Da die Einspeisevergütung kontinuierlich sinkt, ist es wichtig, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln, das sich auch ohne hohe Vergütung rechnet.
Fazit: Die Agri-PV Vergütung 2025 lohnt sich noch
Agri-PV kann eine echte Chance für Landwirte sein, um ihre Einnahmen zu diversifizieren und einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Die Vergütung bleibt auch 2025 attraktiv, doch Landwirte sollten die Entwicklung genau beobachten und sich über Fördermöglichkeiten informieren. Denn wer frühzeitig investiert, kann langfristig profitieren und die Vorteile dieser innovativen Technologie optimal nutzen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Agri-PV Vergütung 2025
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2025?
Die Einspeisevergütung für Agri-PV sinkt 2025 weiter und liegt je nach Anlagengröße und Bonus zwischen 6,86 und 9,36 ct/kWh. Da die Vergütung halbjährlich um 1 % sinkt, lohnt sich ein schneller Anschluss ans Netz.
Was kostet 1 ha Agri-PV?
Die Kosten für 1 Hektar Agri-PV hängen von der Technik und den Bodenverhältnissen ab, liegen aber meist zwischen 500.000 und 1.500.000 Euro. Weil die Konstruktionen höher und stabiler sein müssen, sind die Investitionen höher als bei klassischen Freiflächenanlagen.
Wann ändert sich die Einspeisevergütung 2025?
Die Vergütung passt sich zweimal jährlich an und sinkt zum 1. Februar sowie zum 1. August um jeweils 1 %. Wer eine höhere Vergütung sichern möchte, sollte seine Anlage vor diesen Terminen in Betrieb nehmen.
Wird die Einspeisevergütung wieder steigen?
Ein Anstieg der Einspeisevergütung ist unwahrscheinlich, denn das EEG sieht eine schrittweise Absenkung vor. Dennoch kann sich die Förderung durch regionale Programme oder Innovationsausschreibungen verbessern.
Was ändert sich bei PV 2025?
Die Degression der Einspeisevergütung geht weiter, doch zusätzliche Förderprogramme können den Ausbau fördern. Außerdem werden neue technische Standards und mögliche Änderungen im EEG erwartet.
Lohnt sich Agri-PV trotz sinkender Einspeisevergütung?
Ja, denn Agri-PV bietet zusätzliche Einnahmequellen durch Eigenverbrauch oder Stromvermarktung. Weil die Module gleichzeitig die Pflanzen schützen, kann die landwirtschaftliche Produktivität sogar steigen.
Welche Pflanzen sind für Agri-PV besonders geeignet?
Schattenverträgliche Kulturen wie Beeren, Kartoffeln oder Salate profitieren besonders von der teilweisen Beschattung. Da die Module Verdunstung reduzieren, bleiben die Böden länger feucht.
Welche Förderprogramme gibt es für Agri-PV?
Bund und Länder bieten verschiedene Zuschüsse und zinsgünstige Kredite für Agri-PV-Projekte. Da sich Förderungen oft ändern, lohnt es sich, regelmäßig die aktuellen Programme zu prüfen.
Wie lange dauert die Amortisation einer Agri-PV-Anlage?
Je nach Standort, Förderung und Nutzung liegt die Amortisationszeit meist zwischen 10 und 20 Jahren. Weil Eigenverbrauch und Direktvermarktung höhere Einnahmen bringen, können sich die Anlagen schneller rechnen.
Wie beeinflussen Solarmodule das Mikroklima auf dem Feld?
Die Module verringern die direkte Sonneneinstrahlung, sodass die Temperaturen unter ihnen niedriger sind. Da sie auch die Verdunstung reduzieren, bleibt die Bodenfeuchtigkeit länger erhalten.
Kann ich Agri-PV auch ohne EEG-Vergütung wirtschaftlich betreiben?
Ja, wenn der erzeugte Strom direkt genutzt oder über langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) verkauft wird. Weil Strompreise langfristig steigen, kann die Wirtschaftlichkeit sogar besser sein.
Welche Genehmigungen sind für Agri-PV erforderlich?
In den meisten Fällen braucht man eine Baugenehmigung sowie eine Netzanfrage beim Netzbetreiber. Weil die Regelungen je nach Bundesland unterschiedlich sind, sollte man sich frühzeitig informieren.
Wie wirkt sich Agri-PV auf die Biodiversität aus?
Agri-PV kann Lebensräume für Insekten und Vögel schaffen: Denn man braucht weniger Pestizide. Weil man die Flächen unter den Modulen oft extensiv nutzt, können sich Pflanzen und Tiere ungestörter entwickeln.
Wie unterscheiden sich Agri-PV-Anlagen von klassischen Freiflächenanlagen?
Agri-PV-Module sind meist höher aufgeständert, sodass Landwirte die Fläche weiter bewirtschaften können. Da sie dynamisch ausgerichtet werden können, passen sie sich den Lichtbedürfnissen der Pflanzen besser an.
Welche Länder setzen bereits stark auf Agri-PV?
Frankreich, Japan und die Niederlande fördern Agri-PV gezielt mit eigenen Programmen. Weil diese Länder frühe Pilotprojekte umgesetzt haben, gibt es dort bereits viele erfolgreiche Anlagen.








